Lumière

Auch Leben ist eine Kunst - Der Fall Max Emden

D 2018, 90 Min., FSK: 6
Regie: Eva Gerberding, André Schäfer

In den 1920er-Jahren gehörte er zu den wohlhabendsten Deutschen und zu den bedeutendsten Mäzenen Hamburgs: der jüdische Geschäftsmann Max Emden. Er war der unangefochtene "Kaufhauskönig" Europas: Er besaß mit dem Berliner KaDeWe und dem Münchener Oberpollinger zwei der größten Kaufhäuser ihrer Zeit. Sein Geld investierte der passionierte Golfspieler vor allem in Gemälde und andere Kunstgegenstände. Heute sagt sein Name kaum mehr jemandem etwas. Dabei verbirgt sich hinter seiner (Lebens- und Leidens-) Geschichte ein tragisches Schicksal, das als Paradebeispiel für die Folgen der Beutezüge, Kunstdiebstähle und Enteignungen im Dritten Reich dient - und stellvertretend für das staatliche sowie behördliche Versagen im Umgang mit den Hinterbliebenen der NS-Opfer steht.
Nach der Machtergreifung der Nazis ging Emden ins Exil in die Schweiz. Sein Vermögen wurde beschlagnahmt, seine Besitztümer enteignet. Die Regisseure Eva Gerberding und André Schäfer beleuchten Emdens Schicksal und holen seinen Namen zurück ins kollektive Gedächtnis. Akkurat und umfassend arbeitet der Film Emdens Geschichte auf, in der sich viel um Vergessen und Verdrängung dreht, und porträtiert auch seine Familie, die seit Jahren einen Kampf um Entschädigung und Wiedergutmachung führt.

Montag 2.3. um 19.30 Uhr
In Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. Göttingen