Lumière

Die Puppe

Deutschland 1919, 60 Min.
Regie: Ernst Lubitsch
D.: Ossi Oswalda, Victor Janson, Marga Köhler

"Der Regisseur: ein Zauberer. Am Anfang seines mit visuellen Gags geradezu überladenen Stummfilms DIE PUPPE tritt Ernst Lubitsch selber vor die Kamera. Er öffnet eine Spielzeugschachtel, packt ein Haus, Bäume, Figuren aus und arrangiert sie zu einer Landschaft. Dann folgt eine Überblendung, das Spielzeug verwandelt sich in einen Set, die Tür öffnet sich und zwei Schauspieler treten heraus. Das Spiel beginnt, ein magischer Moment. Es geht um einen reichen Erben, der, weil er Frauen eher nicht mag, mit einer Puppe verheiratet wird. Aber die Puppe, gespielt vom frühen Lubitsch-Star Ossi Oswalda, entwickelt ein Eigenleben. DIE PUPPE, 1919 inszeniert, greift die Automaten-Begeisterung der Romantiker auf und nimmt den Surrealismus eines Bunuel vorweg. ,Es war reine Phantasie, hat Lubitsch später geschrieben. ,Die meisten Dekorationen waren aus Pappe, einige sogar aus Papier. ' " (tagesspiegel.de)
Schon in diesem frühen Lubitsch-Film ist das zu sehen,was man den Lubitsch-Touch nennt. Damit ist ein ironisches Spiel mit Andeutungen und Erwartungen gemeint, bei dem die Komik nicht verbalisiert werden muss, sondern im Kopf des Zuschauers entsteht. Tom Tykwer spricht vom ,Prinzip Hoffnung': "Ich bin immer hoffnungsvoll aus Lubitsch-Filmen herausgekommen. Als könnte man durchs Leben gehen und für den Wahnsinn, der auf uns einprasselt, ein Lächeln finden."

Freitag 4.5. um 22.00 Uhr
Am Klavier: WOLFGANG ZETTL
Eintritt: 7,00 Euro Ermäigt: 6,00 Euro