Nathan, ein toleranter und großzügiger Jude, lebt im Jerusalem des 12. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Sultans Saladin zur Zeit der Kreuzzüge, in einer Stadt, in der Christen, Juden und Muslime aufeinander treffen. Als Nathan von einer Geschäftsreise zurückkommt, erfährt er, daß seine Pflegetochter Recha von einem christlichen Tempelherrn aus dem Feuer gerettet worden ist. Nathan überredet den Tempelherrn zu einem Besuch, um den Dank seiner Tochter entgegenzunehmen. Der Sultan Saladin hat Geldsorgen, deshalb läßt er Nathan holen. Er gibt vor, von Nathans Weisheit gehört zu haben und er wolle das prüfen. Er fragt nach der "wahren Religion". Nathan antwortet mit der berühmt gewordenen Ringparabel über die Gleichberechtigung der drei großen Religionen. Als aber der Tempelritter sich in Recha verliebt, entstehen gerade aus den unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten die größten Verwicklungen...
International wurden der Film und sein Regisseur hoch gelobt. Doch in Deutschland stand Regisseur Manfred Noa mit seiner Version des NATHAN, die auch eine Antwort auf antisemitische Tendenzen sein sollte, im Mittelpunkt einer politischen Kontroverse. Nach nur einem Tag wurde 1923 seine Lessing-Adaption vom Spielplan der Münchner Regina-Lichtspiele genommen, weil Nationalsozialisten die Vorführung störten und den Theaterleiter mit Branddrohungen unter Druck setzten. Um die internationale Auswertung nicht zu gefährden wurde der Film in "Die Erstürmung Jerusalems" umgenannt. Nachdem der Film jahrzehntelang als verschollen galt, wurde in einem ausländischen Filmarchiv eine Kopie mit diesem veränderten Titel entdeckt und vom Filmmuseum München restauriert.